Heil – vom Koma zum Amok

PRESSETEXT

Sigi Zimmerschied HeilSigi Heil feiert seinen fünfundsechzigsten Geburtstag.
Allein.
Glückwunschkarten bleiben aus, das Telefon stumm, der Gabentisch leer.
Nur ein kleines Couvert liegt auf dem Tisch.
Noch ungeöffnet.
Und Sigi tut das, was er ein Leben lang gemacht hat.
Er zerquetscht eine Fliege und feiert sich selbst, spielt sich seine eigene Geburtstagsfeier vor.
Die fehlenden Gäste, die ausgefallenen Festredner.
Gratulanten treten auf.
Ein Geistlicher.
Ein Bundeswehrkamerad.
Seine Ex.
Alle lädiert.
Humpelnd.
Mit Augenklappe.
Arm in der Schlinge.
Die Lebenssumme ist ernüchternd.
Außer Nasenbeine brechen, Trommelfelle platzen lassen, Katzen vergiften und Singvögel schießen hat er in seinem Leben nichts wirklich gekonnt.
Gewalt!
Aber ist das nicht auch eine Gabe?
Ein Talent?
Er trinkt sich das Elend schön.
Im Vollrausch öffnet er feierlich das Couvert.
Es ist sein Rentenbescheid.
Die Büchse der Pandora.
Was dann folgt ist nichts Geringeres als das Ende der Welt.

PRESSESTIMMEN

Es ist dies vielleicht die bisher dämonischste aller Zimmerschied-Figuren, doch noch keines seiner menschlichen Monster hat er so subtil, so gleichzeitig erschreckend und mitleiderregend, ja fast liebenswert gespielt. Wodurch der Zuschauer vom schweren Thema tiefer und direkter berührt wird als üblich.
Man erschrickt hier mitunter über sein Lachen angesichts des Grausigen. Das nennt man wohl Katharsis. Wie bei jedem guten Stück darf das Ende nicht verraten werden. Abgesehen vom völlig berechtigten Jubelsturm des Publikums.

Oliver Hochkeppel, Süddeutsche Zeitung

"Heil – Vom Koma zum Amok" stellt wieder ein satirisch überzeichnetes Panoptikum auf die Bühne, in dem Sigi Zimmerschied mit grandiosen Rollenwechseln alle Figuren unter Überdruck darstellt. Manchmal so scharf in den Formulierungen, so schonungslos direkt wie kein einziger deutscher Kabarettist es wagt, so grenzwertig, dass einem das Lachen buchstäblich erstirbt.
Barbara Reitter, PNP